Mein Globaler Alltag: Die Concha

Brasilianische Metaphorik im deutschen Alltag

SONY DSCIn meiner Freizeit bin ich in Kultur engagiert – wie auch im Beruf: across cultures. Da hab ich es mit Künstlern zu tun, mit bescheidenen Virtuosen ihres Fachs, mit Lebenskünstlern und ab und zu auch mit grossen Stars.
Neulich ging es um die ersteren. Probe im Weinkeller, gute Akustik, wenig Komfort. Brasilianische Profis und Talente zusammen mit einem französischen Akkordeonspieler. Wunderbares Zusammenspiel in der Musik, aus vier Individuen wurde schnell eine Gruppe. Ausserhalb etwas komplizierter, verschiedene Ansprüche und Befürchtungen, was den Auftritt betraf. Als Veranstalter sorgten wir uns auf besondere Weise um die Stimmung unserer Künstler. Wir hatten „Caldo de Feijão“ vorbereitet, ein Derivat des brasilianischen Nationalgerichts Feijoada. Eine Energiebombe!
Alles hatten wir in den Weinkeller transportiert: Suppentassen, Löffel, Servietten, Topf mit Warmhaltevorrrichtung – nur eins fehlte. „Kannst Du bitte die Concha aus der Küche mitbringen?“
Concha? So heißen die Muscheln in Brasilien. Sofort dachte ich an Meeresrauschen, Wellen, Strand … wunderbar! Oder Concha als Musikinstrument, als Konzertmuschel? Nein, es ging ja um Küche. Wir brauchten etwas zum Auffüllen der Suppe. Achso!!! Der grosse Löffel! Doch Concha, sprich: “Konscha”, wie schön das klingt und schwingt … Wie profan dagegen das funktionale “Suppenlöffel”.
Dafür aber eineindeutig.
Die Energiebombe hat gewirkt, und die Veranstaltung wurde ein richtiger Erfolg.

Mehr über Metaphorik und Funktionalität, über Polyvalenz und Eindeutigkeit hier bei CL!C. Stay tuned.

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