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Afrikanische UnternehmerInnen – mit Power in den deutschen Markt

The Night of African Entrepreneurs am 17.Sep 2016 in Hamburg

Events zu afrikanischem Business  waren in Hamburg traditionell weiße Veranstaltungen. Ausser den Wirtschaftsvertretern der verschiedensten afrikanischen Länder saßen früher ab und zu mal afrikanische Studenten im Saal der ehrwürdigen Handelskammer zu Hamburg. Stumm in der zweiten Reihe.
Doch schon in den letzten Jahren war der Trend zu sehen, immer mehr afrikanische Einzelunternehmer wie auch afrodeutsche Mitarbeiter internationaler Unternehmen mit Business in Afrika brachten Vielfalt in das hanseatische Publikum.

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Lichthof –  Claudia Voß AV + Miranda Oben  – Keynote Dr.Yves Ekoué Amaízo – women power – Yolander James

Jetzt standen sie selbst im Mittelpunkt. Auf Initiative des Lokalpolitikers Clement Klutse (Initiative Einwanderer Unternehmener) hatte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit dem Afrika-Verein zu “The Night of African Entrepreneurs”  geladen. Gut besucht von TeilnehmerInnen der verschiedenen afrikanischen Diasporas waren wir weißen Hamburger diesmal in der Minderheit.
Der Keynote Vortrag zum an sich interessanten Thema Zyklische Migration kam von Dr.Yves Ekoué Amaízo. Doch seine temporeiche Präsentation unendlich vieler Daten verlangte dem Publikum einiges ab. Da möchte frau eine afrikanische Weisheit bemühen “Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.”

Multitalentierte Businessfrauen

Dass dennoche ein frischer unternehmerischer Spirit durch  den Lichthof der Stabi wehte, war in erster Linie den Frauen zu verdanken. Sie verkörperten das, was in Deutschland wenig bekannt ist, die traditionelle Geschäftstüchtigkeit afrikanischer Frauen.

Miranda Open IT Ingenieurin, Moderatorin, Filmemacherin
Miranda Oben
IT Ingenieurin, Moderatorin, Filmemacherin

Den Auftakt machte Multitalent Miranda Oben.  Die IT Ingenieurin hat  ihre Leidenschaft nebenbei zum zweiten Standbein ausgebaut: Veranstaltungen moderieren, on und off media. In der Entrepreneurnacht stellte sie ihr Herzensprojekt vor: Ihren Dokumentarfilm “The Returnees”. Darin interviewt Miranda Oben KamerunerInnen, die aus ganz Europa in ihre Heimat zurück gekehrt sind und dort erfolgreich Business machen.

Theresa Franz GF Intertranslation, Curly Chocolate, African Translation
Theresa Franz
GF Intertranslation GmbH, Curly Chocolate GmbH, African Translation GmbH

Unübertroffen der Vortrag von Theresa Franz. Die sprachenbegabte Geschäftsführerin von Intertranslations erzählte ohne Powerpoint von ihrem Lebenslauf als Unternehmerin. Wir lernten nicht nur, wie die Nigerianerin Umsatzmillionärin wurde, über 10 Arbeitsplätze geschaffen und einem großen Netz afrikanischer Freelancer Aufträge verschafft hat –  auch erfuhren wir etwas über die Kunst, im richtigen Moment Ja zu sagen. Denn ihr Geschäftserfolg startete mit einer kleinen Anfrage: Yoruba vor Gericht übersetzen.

Dr. Rosalyn Dressman African TIDE Union e.V.
Dr. Rosalyn Dressman
African TIDE Union e.V.

Als Dritte im Bunde der multiaktiven Frauen sprach Dr. Rosalyn Dressman von African TIDE Union über ein deutsch-afrikanisches Kooperationsprojekt. Zusammen mit der FHS Südwestfalen organisiert sie im Bereich Recyclingtechnologien Train-the-Trainer in Ghana und Nigeria .  Als Consultant weiß die NGO-Aktivistin, Politik und Businesswelt zusammenzubringen.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die erfrischende Moderation von Claudia Voß, der Pressesprecherin des Afrika-Vereins.
Insgesamt erfreut stelle ich fest: es bewegt sich einiges in der deutsch-afrikanischen Businesswelt. Die deutschen Player öffnen sich und die afrikanische Diaspora wartet mit viel Engagement, neuen Geschäftsideen und vor allem neuem Selbstbewußtsein auf.

Elizabeth Bosse und Petra Sorge dos Santos
Elizabeth Bosse und Petra Sorge dos Santos

Petra Sorge dos Santos
Initiatorin von I WiLL – International Women in Leadership Learning

Dieser Beitrag ist on air zu hören am 24.9. um 16h auf Radio Triangula

Wer führt? Wenn nicht Sie!

Mit neuem Schwung in die Arbeitswelt
– Workshop für Frauen

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitale Transformation, Social Media und Augenhöhe sind nur ein paar Stichworte der Arbeitswelt 4.0.  Deutsche Unternehmen vollziehen diesen Wandel nur langsam und beklagen weiterhin den Fachkräftemangel. Während die Lösung eigentlich vor ihren Augen liegt.

©Petra Sorge dios Santos
©Petra Sorge dios Santos

Frauen, besonders Frauen mit mehrkulturellem Background, Wiedereinsteigerinnen und Frauen 50+ werden von Arbeitgebern unterschätzt und gern  übersehen. Zeit, die eigene Karriere selbst in die Hand zu nehmen!

Mit einem neuen Ansatz, der Theorie U, entwickelt von Otto Scharmer am MIT, werden wir den zukünftigen Arbeitsmarkt erforschen. In dem 6stündigen Workshop  spüren wir zugleich bisher unterbelichtete Kompetenzen auf und jede Teilnehmerin entwickelt ein kleines Pilotprojekt

Dieser einmaligeWorkshop  findet nur im Rahmen der Frauenwoche in Hamburg statt. Am DO 10.3.. Und ist ein besonderes Angebot der Beauftragten für Chancengleichheit der Arbeitsagentur zusammen mit CL!C Connecting.

Bei verbindlicher Anmeldung ist die Teilnahme kostenfrei.
Anmeldung: contact@clic-interculture.com

Mehr Infos: Frauen Workshop_ Wer führt, wenn nicht Sie?10.3.16

Frauen und die Macht der Sprache: A Presidenta

Mein Globaler Alltag 7 – Kolumne
Petra Sorge dos Santos

Neulich hatte unser Honorarkonsul zum brasilianischen Unabhängigkeitstag geladen. Und da spielte Sprache plötzlich eine Rolle.

Amtsantritt einer Präsidentin - Dilma Rousseff mit Tochter und Leibwächterinnen in Brasilien
Amtsantritt einer Präsidentin – Dilma Rousseff mit Tochter und Leibwächterinnen in Brasilien

Mitten in einem Gespräch über Frauen im brasilianischen Bürgerrat traf mich quer von der Seite eine Belehrung. Eine junge Brasilianerin versuchte, mich zu korrigieren.  Brasiliens Presidenta Dilma Rousseff  müsse richtig “O Presidente” heißen. Die maskuline Form sei schließlich die allgemeine Form für das Präsidentenamt. Meine Antwort, dass selbst das brasilianische Präsidialamt offiziell von “a presidenta“, der Präsidentin, spricht und schreibt, war in ihren Augen kein Argument.
Da dies kein Einzelfall ist, aber doch bemerkenswert, greife ich jetzt mal in die Tastatur.

Wer würde heute in Deutschland beim Auftritt von Angela Merkel noch sagen “es spricht der Kanzler“? Richtig, vielleicht noch ein paar Ewiggestrige. Frau Merkel ist die Staatenlenkerin Deutschlands und laut Wirtschaftsmagazin Forbes die mächtigste Frau der Welt. Sie verdient eine Bezeichnung, hinter der die Frau sich nicht verstecken muß. Doch nicht nur sie.
Auf meinem Zertifikat der Universität Hamburg heißt es noch “Diplom-Pädagoge”. Damit hab ich mich wie viele andere meiner Generation schon 1981 nicht mehr gemeint gefühlt. Das Primat der Subsumierung von Frauen in der männlichen Berufsbezeichnung ist eine lange, auch deutsche Tradition. Und die hat sich nicht von selbst verändert.

Sprache reflektiert gesellschaftliche Veränderungen.
Damit unterliegt sie selbst dem Wandel.

Von “Vaterland.Muttersprache“,  “Übung macht die Meisterin” bis hin zur “Geschlechtersymmetrie” –  die Reflektion von ‘Frauensprache-Männersprache‘ schüttelt Deutschland in Linguistik und Gesellschaft seit Beginn der 80er Jahre. In Brasilien ging es zur gleichen Zeit  um Demokratisierung nach einer langen Diktatur. Die harten Fakten (Existenzsicherung) kamen meist vor den weichen (Diskriminierung in und Exklusion durch Sprache). Dennoch wurde ich während vieler Beratungseinsätze in Brasilien schon in den 90ern Zeugin der Femininisierung des Brasilianisch.  Verständlich, dass Veränderungen wie die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, zunächst von einzelnen initiiert werden.  Dann werden es immer größere Gruppen, erst danach beginnen Organisationen und Institutionen Sprachänderungen zu übernehmen. Bis zur Anerkennung im Sprach-TÜV, dem deutschen Duden oder dem brasilianischen Aurelio, vergehen allerdings schon mal Jahrzehnte.

Sprache zeigt Haltung

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff, 2013 zur drittmächtigsten Frau der Welt gekürt. Umso bemerkenswerter finde ich das Beispiel der jungen Frau:  vielleicht eine Studentin, womöglich sogar Stipendiatin des Programms, das von Präsidentin Dilma initiiert wurde. Was für ein Paradox, vor mir eine junge Brasilianerin in Deutschland, die für ihre eigene Abkoppelung vom Fortschritt kämpft – sollte ich lachen oder weinen?

Denn sie repräsentiert das junge Brasilien, eine dynamische Generation, die auch in Deutschland etwas bewirken könnte.  Im Gespräch reflektiert ihre Haltung nur das alte Mindset.  Die immer noch starke Definitionsmacht einer kleinen männlichen Elite in einem sich rasant modernisierendem Land. Dabei ist die Mehrheit der 200 Millionen Brasilianer weiblich und jung 1).  Sollte Sprache das nicht widerspiegeln dürfen – oder sogar müssen?

Zugegeben, Brasilien ist komplex und eine Gesllschaft mit äußerst vielen Widersprüchen. Wieviel könnte die junge Frau von ihrem Aufenthalt profitieren, wäre sie beweglich im Kopf.  Was für ein einmaliges Privileg, Perspektiven zu wechseln und aus dem fruchtbaren Aufeinandertreffen der Kulturen zu lernen!
Doch das geht nicht ohne bewußte Entwicklung der eigenen Kompetenz zwischen den Kulturen. Als Botschafterin 2) des aktuellen Brasiliens, die auch sie, gewollt oder ungewollt, ist.
Vielleicht hat es der jungen Frau aber auch nur an acesso, an Zugang zu Informationen, Zugang zu Veränderungen in ihrem Land gefehlt… Se atualize, mulher! würde ich am liebsten sagen.

Wie sprechen wir Vielfalt und Inklusion?

Als Frau mit viel Erfahrung und Reflexion zwischen Brasilien und Deutschland weiß ich, dass Kommentaren von Nicht-BrasilianerInnen zur ‘Terra Mãe’  zunächst oft mit Misstrauen begegnet wird. Entendo.
Wer mich kennt, schätzt meine Lösungsorientierung, der ich auch als Coach verpflichtet bin. Deshalb kommt hier die brasilianische Antwort. Geeignet zugleich für den Conselho de Cidadania de Hamburgo in der Vorbereitung auf den bevorstehenden Kongreß zu Genderfragen in Brasilia.

Manual Linguagem nao sexistaDas Handbuch, dass nun auch offizell Abhilfe schafft: O “Manual para o Uso não Sexista da Linguagem”, der 112seitige Leitfaden zum nichtsexistischen Gebrauch der Sprache, wurde von der Regierung des Bundesstaats Rio Grande do Sul veröffentlicht.
Unser Thema wird dort ausführlich in Kapitel 6 behandelt – Berufe, die von Frauen ausgeübt werden. Und dort heißt es natürlich “a presidenta”.  Wie auch:

“Der Widerstand gegen die Verweiblichung von Berufen oder Ämtern basiert niemals auf rein linguistischen Argumenten, …, Sprachen sind üblicherweise generös, … die Riegel sind ideologisch.”

Wie halten Sie es mit den weiblichen Formen unserer Sprache?

Petra Sorge dos Santos arbeitet als Brasil International Coach mit Professionals aus Deutschland, Brasilien, Portugal und Angola. Die studierte Berufsbildnerin trainiert nicht nur männliche Führungskräfte zu Diversity. Cultures ChangeAnm 1+2 Blog1 presidenta Leadership – CL!C

Frauen in Führung – auch damals schon

Stadt der Frauen – eine Learning Journey

Immer mehr Frauen kommen in Deutschland in Führung. Doch weibliche Vorbilder und Identifikationsfiguren sind nach wie vor wenig bekannt.
Wussten Sie, dass es für Frauen in Führung grosse Role-Models in der deutschen Geschichte gibt? Was hieß es zum Beispiel

  • als junge Osmanin und erste Kaiserin Deutschland nachhaltig zu prägen?
  • im Mittelalter als erste Frau in Deutschland zu schriftstellern?
  • Kultursponsoring für ein Frauenstift erfolgreich zu ‘handlen’?

Titelfoto Flyer 60Theophanu, Roswitha und Ernestine  – es gibt einen Ort, an dem sich die Wege  dieser drei Frauen kreuzen: Gandersheim
Fast 1000 Jahre waren Frauen in dieser heute noch malerischen Kleinstadt in Führung.

Wollen Sie die Learnings fürs 21. Jahrhundert mitnehmen?
Dann kommen Sie mit auf die erste Entdeckungsreise für Frauen in Führung. Verbinden Sie Lernen mit Austausch und Genuss.

Anmeldung

Petra Sorge dos Santos
Business-Coach, Frauen international in Führung

Leadership im Pluralis Majestatis

Mein Globaler Alltag 2 – Kolumne

Eine der wunderbaren Möglichkeiten der globalisierten Informationsgesellschaft ist die Zusammenarbeit in virtuellen Teams.
Das gilt auch für Trainerinnen wie mich. Voller Begeisterung hatte ich mich in ein globales Learning Project mit Kolleginnen gestürzt. Unsere Büros in Hamburg, New York und London waren nur die Einwahlknoten, kreiert wurde zusammen im virtuellen space. Die gemeinsame Sprache war Englisch.
Auf den ersten Blick zumindest. Denn eigentlich war es British, American und ja, auch German English, und in solch einer virtuellen Kooperation geht’s schnell um die interkulturellen Feinheiten. Hier ein Beispiel.
375px-Crown_of_Italy.svg Am Anfang sammelten wir Ideen, scheinbar unstrukturiert ging es um Themen, Titel und Destinationen. Zunächst bewunderte ich meine indisch-britische Kollegin Angana um ihre Eloquenz des inklusiven Sprechens: in super freundlichem Ton wurde schon der kleinste Anflug von Abweichung integriert. „you might want… we are going to integrate this into our concept. Mit “ I suggest” and “ I invite you to …” wurden unsere Ideen aufgenommen. Keinerlei Gegenargument, kein Ringen um Positionen, alle  brachten wir Teile in das gemeinsame Puzzle ein. Everything was easy. Das war die Startphase.
Im Fortgang des Projekts, als die Dinge komplizierter wurden, stellte Angana sich ganz uneigennützig als Koordinatorin zur Verfügung. „Unsere Kunden brauchen Sicherheit, ich bin die einzige mit einer GmbH“. Der Ton änderte sich nicht, der war gleichbleibend freundlich. Nur wurde jetzt jede abweichende Sichtweise, jeder Vorschlag mit Wiederholung der Führungsposition beantwortet. Natürlich indirekt. Aus Anganas
„I suggest that we do marketing first” wurde somit „Let’s summarize: we start with marketing“.
Im Deutschen nennt man das Pluralis Majestatis. Und im Englischen?

 

Mehr über indirekte und direkte Kommunikation, über Status- vs. Aufgabenorientierung hier bei CL!C – Stay tuned.

Networking with CL!C

For some networking is a must.
For me it’s a pleasure. Understanding people and their business.
At conferences and business meetings, on expos or community events.
Petra Sorge dos Santos

 

What's going on in Brazil? Brazilian embassador Maria Luiza Viotti and Dr. Curschmann
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Drama Consult, film and discussion about Nigerian-German Business, Metropolis Kino
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Latin America Day 2013, meeting Sandra Fonseca, CEO Grupo Energia de Bogotá, Colombia
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HRM Expo 2013 with Howard Wallack, SHRM Global, Alexandria, USA
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